Wednesday 20th September 2017,
STEELDUST – Rheinisches Zentrum für Westernreiten

Because of Love – Aus Liebe…Die Übersetzung

sabine Allgemein, Spezial

Hier ist die Übersetzung dieser zu Herzen gehenden Geschichte:

Because of Love – Aus Liebe

Ein Bruder und seine Schwester machten ihren üblichen hastigen, obligatorischen Vorweihnachtsbesuch auf der kleinen Farm, auf der ihre schon etwas älteren Eltern mit ihrer kleinen Pferdeherde lebten. Auf dieser Farm waren sie aufgewachsen. Sie trug den Namen „Lone Pine Farm“ nach der großen Kiefer, die den Hügel hinter der Farm krönte. Über die Jahre war der Baum ein Talisman für den alten Mann und seine Frau und ein Wahrzeichen der Gegend geworden. Die Geschwister teilten viele Kindheitserinnerungen mit ihr. Aber das bunte Treiben der Stadt hatte größeren Reiz auf sie ausgeübt und sie von hier fort zu einem anderen Leben gerufen.

Die alten Leute stellten ihre Pferde nicht mehr bei Turnieren vor, die Jahre hatten ihren Tribut gefordert, und jeden Morgen hinaus zum Stall zu gehen, selbst wenn es bitterkalt war, fiel ihnen immer schwerer. Aber die Pferde gaben ihnen einen sinnvollen Grund morgens aufzustehen und Sinn in ihrem Leben. Sie verkauften jedes Jahr ein paar Fohlen. Die Pferde waren ihnen Freude am Morgen und Zufriedenheit am Ende des Tages.

Als die jungen Leute sich aufmachten sich wieder zu verabschieden, konfrontierten sie die Eltern ärgerlich mit der Frage: „Warum seht ihr nicht zu, dass ihr wenigstens die alte Stute los werdet? Sie nützt euch doch nichts mehr. Es ist Jahre her, dass ihr Fohlen von ihr hattet. Ihr solltet anfangen an allen Ecken und Enden zu sparen, sodass mehr für euch selbst bleibt. Ihr habt mit diesem alten verbrauchten Pferd doch nur Ausgaben und Arbeit. Warum behaltet ihr sie trotzdem?“

Der alte Mann schaute hinunter zu seinen ausgetretenen Stiefeln mit Löchern an den Zehen, scharrte über den Stallboden und antwortete: „Ja, ich könnte ein Paar neue Stiefel gebrauchen.“ Sein Arm glitt über den Hals der „Alten“, als er sie behutsam zu sich heranzog. Mit zärtlichen Liebkosungen rubbelte er sie sanft hinter den Ohren. Er entgegnete sanft: „Wir behalten sie aus Liebe. Nichts weiter, nur Liebe.“

Ratlos und irritiert wünschten die jungen Leute dem alten Mann und seiner Frau ein Frohes Weihnachtsfest und machten sich auf den Weg zurück in die Stadt, als die Dunkelheit sich langsam über das Tal legte.

Das alte Paar schüttelte sorgenvoll die Köpfe in dem Gefühl, dass das kein glückliches Wiedersehen war. Eine Träne lief über ihre Wangen. Wie kam es nur, dass diese jungen Leute kein Verständnis für den Frieden der Liebe aufbringen konnten, der ihre Herzen erfüllte?

So kam es, dass wegen dieses unerfreulichen Abschieds, niemand bemerkte, dass die Isolierung der abgewetzten Kabel in der alten Scheune zu schmoren begonnen hatte. Niemand sah den ersten Funken fliegen. Niemand außer der „Alten“. Innerhalb von Minuten stand der ganze Stall lichterloh in Flammen und das Feuer züngelte auf das gut gefüllte Heulager zu. Mit einem Schrei der Panik und Verzweiflung rief der alte Mann seiner Frau zu, sie solle Hilfe rufen, als er Richtung Stall rannte um die geliebten Pferde zu retten.

Aber die Flammen wüteten und die höllische Hitze warf ihn zurück. Er sank schluchzend zu Boden, hilflos gegen die Gewalt des Feuers. Seine Frau eilte zu ihm, als sie Hilfe alarmiert hatte und legte schützend ihre Arme um ihn. Zusammengekauert weinten sie über ihren Verlust.

Als die Feuerwehr eintraf, waren nur rauchende, glimmende Ruinen übrig. Der alte Mann und seine Frau hockten entkräftet und von Trauer geschüttelt vor dem Stall. Sie waren sprachlos als sie sich vom kalten schneebedeckten Boden erhoben. Sie nickten den Feuerwehrmännern einen Dank zu, als es für niemanden mehr etwas zu tun gab. Der alte Mann wandte sich seiner Frau zu, die ihren weißen Kopf an seine Schultern gelehnt hatte. Seine zitternden alten Hände trockneten unbeholfen ihre Tränen mit einem ausgefransten roten Tuch. Gebrochen flüsterte er: „wir haben viel verloren, aber Gott hat unser Haus an diesem Weihnachtsabend verschont. Lass uns unsere Kraft zusammen nehmen, den Hügel zur Alten Kiefer hinaufsteigen, bei der wir schon so oft in Zeiten der Verzweiflung Trost gesucht haben und Gott danken, dass es verschont wurde und beten für unsere geliebten Schätze, die von uns genommen wurden.“ Und so nahm er sie an der Hand und half ihr langsam den verschneiten Berg hinauf, während er seine eigenen Tränen mit seinem alten, wettergegerbten Handrücken zur Seite wischte. Der Weg, den Hügel hoch im tiefen Schnee, war mühsam für ihre alten Körper. Als sie über die kleine Anhöhe auf dem Bergrücken gestiegen waren, hielten sie an um zu verschnaufen. Ihre Augen wanderten hinauf zum Gipfel des Berges. Sie fielen auf die Knie und hielten den Atem an in Ehrfurcht vor der unbeschreiblichen Schönheit, des Anblicks, der sich ihnen bot. Als wäre jeder wunderbare, leuchtende Stern am Himmel eingefangen in den glitzernden, vereisten Ästen ihrer geliebten Kiefer schien sie erleuchtet von himmlischen Kerzen. Und oben auf der Spitze funkelte ein wie von Kristallen gekränzter Mond. Niemals zuvor hatte ein einfacher Sterblicher einen Weihnachtsbaum wie diesen geschaffen. Sie waren atemlos. Der alte Mann schloss seine Frau noch fester in seine Arme.

Plötzlich entfuhr ihm ein Schrei der Verwunderung und der unbeschreiblichen Freude. Überwältigt und verzückt nahm er seine Frau bei der Hand und zog sie vorwärts. Da, unter dem Baum, in herrlicher Pracht, in einen aufsteigenden Nebel gehüllt und leuchtend in der Dunkelheit offenbarte sich ihr Weihnachtsgeschenk. Schatten glänzten im Licht der Nacht.

Um die nah am Stamm des alten Baumes nieder liegende „Alte“, stand die gesamte Herde, in Sicherheit gebracht.

Beim ersten Anzeichen von Qualm, hatte sie mit ihrer Nase das Tor aufgeschoben und die Pferde hindurch geführt. Langsam und mit großer Würde, ohne einen Blick zurück, hatte sie sie, vorsichtig durch den Schnee stapfend, den Hügel hinauf geleitet. Die Fohlen waren verängstigt und rannten herum. Die scheuen Jährlinge schauten zurück zu den knisternden, hungrigen Flammen, kniffen ihre Schweife ein, leckten ihre Lippen und sprangen wie die Kaninchen. Die Stuten, die mit den Babys des Neuen Jahres trächtig waren, drückten sich ängstlich an die „Alte“ als sie sich langsam den Hügel hinauf und in die Sicherheit der Kiefer bewegten. Und nun lag sie zwischen ihnen und schaute in die Gesichter des alten Mannes und seiner Frau.

Sie hatte die, die sie liebte nicht enttäuscht. Ihr Körper war gezeichnet von den Jahren und müde vom Anstieg, aber ihre goldenen Augen waren erfüllt von Zuneigung als sie ihr Geschenk darbot:

Aus Liebe, nur aus Liebe.

Tränen flossen, als das alte Paar seine Dankbarkeit und Freude hinausschrie und wieder füllte der Friede der Liebe ihre Herzen.

Dies ist eine wahre Geschichte.

Willy Eagle

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